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Klaus Wolframm (SPD),
25.08.2017

WIR fragen - Wolframm antwortetWolframm: "Europa besser machen..."

Klaus Wolframm (SPD)

Herr Wolframm, reiten wir mit der Europäischen Union ein totes Pferd?

"Auf gar keinen Fall! Die Europäische Union war in der Vergangenheit, ist heute und bleibt in der Zukunft für die Bundesrepublik Deutschland der Garant für Frieden und Miteinander in Europa. Der europäische Einigungsprozess hat uns die längste Friedensperiode auf europäischem Festland gebracht. Reise-und Zollfreiheit nutzen tausende Menschen aus unserem Land täglich. Die Abgesänge, die es nach dem Brexit gab, gehören der Vergangenheit an. Auch mit der Wahl von Donald Trump in den USA sehen viele Kritikerinnen und Kritiker ein, dass die Europäische Union nötiger denn je ist. In einer, vor kurzem veröffentlichten Umfrage der Friedrich-Ebert-Stiftung in acht Mitgliedsstaaten zeigt sich, dass über 60% der Befragten für eine engere Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten sind. Dies alles stimmt mich hoffnungsvoll!"

Welchen Weg sollte Europa Ihrer Meinung nach denn gehen?

"Dass wir vor großen Herausforderungen stehen, möchte ich nicht verschweigen: die Wirtschaftskrise ist noch nicht vorbei, gerade die hohe Jugendarbeitslosigkeit in einigen Mitgliedsstaaten ist verherrend, einige Staaten verstoßen gegen gemeinsam festgelegte Prinzipien des Rechtsstaats, die Flüchtlingsströme an den Außengrenzen stellen das Solidarprinzip in Europa auf die Probe. Aber: all diese Herausforderungen sind der geeignete Anlass, um gewisse Konstrukte der EU zu überdenken. Ich unterstütze daher die Forderungen von Martin Schulz, der eine Reform anstrebt, die beispielsweise einen Investitionshaushalt für strukturschwache Regionen vorsieht und die Idee einer europäischen Sozialunion mit gleichen Lohn-und Arbeitsbedingungen am gleichen Ort will."

Es gibt Menschen, denen beim Begriff "EU" zuerst die genormte Grösse einer Gurke einfällt. Was entgegnen Sie denen?

"Zunächst, dass mir eine Gurke die schrumpelig vom Feld kommt, lieber ist. Als Nächstes, dass es diese Verordnung bereits seit 2009 nicht mehr gibt, sie sich aber leider zu sehr in den Köpfen eingebrannt hat. Und zuletzt das Wichtigste: eine Diskussion über solche Normen lenkt nicht von den großen Errungenschaften ab, die wir in Europa durch die Union erzielt haben. Mit dem Auto ohne Passkontrolle nach Spanien reisen zu können, der Umstand dass wir um uns herum friedliche Nachbarn haben und uns selbst friedlich verhalten, dass wir Waren zollfrei liefern und erhalten können oder wir Austauschprogramme für junge Menschen haben, die Nationen zusammenwachsen - all das sollten wir uns immer und immer wieder vor Augen führen. Aus diesem Grund bin ich überzeugter Europäer."